Kunstausstellungen in Zürich in 2022 

Die charmante Stadt im Norden der Schweiz lockt regelmäßig Kunst- und Kulturliebhaber an. Kein Wunder, bezaubert sie doch mit einer riesigen Auswahl an Attraktionen und Sehenswürdigkeiten. Auch im Jahr 2022 dürfen Besucher die Augen aufsperren und staunen.

Die folgende Übersicht zeigt auf, welche Ausstellungen von nun an (Stand: April 2022) bis zum Jahresende wertgeschätzt werden können. Darunter fallen auch Neuausstellungen verschiedenster Künstler und Künstlerinnen.

4. März – 29. Mai

Yoko Ono: This Room Moves at the Same Speed as the Clouds

Wo? Kunsthaus Zürich: Yoko Ono

Die im Jahr 1933 geborene und beliebte Künstlerin Yoko Ono wirkt nicht nur persönlich an der Ausstellung mit.

Einigen ihrer Aktionen und Performances, mit denen sie zwischen 1960 und 1970 sämtliche Herzen für sich gewann, möchte das Kunsthaus Zürich ebenfalls Ausdruck verleihen. Dabei können einige ihrer zentralen Werke bewundert werden. Sie stammen aus allen Schaffensperioden. Besonderes Augenmerk wird jedoch auf das Frühwerk gelegt. Begleitet wird die Ausstellung von einem Rahmenprogramm, das bedeutsame Performances in Szene setzt.

25. März – 1. Mai

NEUES WERK

Alexandra Bachzetsis – 2021: Obscene

Was passiert, wenn wir unsere Körper immer wieder neu verstehen und entwerfen? Inwiefern gehen in diesem Fall Sprach- und Schreibstile, Gesten, Fantasien und Identifikationsmuster in uns über?

In einem Großteil ihrer Werke geht die 1974 geborene bildende Künstlerin und Choreografin dieser Frage nach.

Das gilt auch für ihre neue Schöpfung, die als Museumsversion ihre Premiere im Kunsthaus genießt. Hauptrolle spielen die Abhängigkeiten zwischen dem Obszönen und der Szene – sprich: dem Inszenieren und Spielen. Besucher dürfen “2021:Obscene” zeitgleich als Live-Performance und Ausstellung bewundern.

8. April – 17. Juli

Take Care: Kunst und Medizin

Wer neben künstlerischem auch medizinisches Interesse hegt, kommt an dieser Ausstellung nicht vorbei. Und das erwartet Sie:

– Nachzeichnungen einzigartiger Momente in der Geschichte der Medizin vom 19. Jahrhundert bis heute

– beinahe 80 künstlerische Positionen, wie Veronika Spierenburg, Rachal Bradley, Sabian Baumann und viele mehr

– Kunstwerke aus medizinisch-historischen Sammlungen

Die Werke verdeutlichen den Zusammenhang und Kreislauf zwischen Körper und Krankheit, Genesung, Medizin und Umweltfaktoren.

20. Mai – 14. August

Rudolf Koller – Die Skizzenbücher

Künstler und ihre Skizzenbücher gehören einfach zusammen. Das galt auch für Rudolf Koller. Deshalb stellt das Kunsthaus 67 seiner Skizzenbücher aus. Sie glänzen mit mehr als 4000 Zeichnungen. Sie belegen nicht nur die künstlerischen Fähigkeiten des Schweizers. Darüber hinaus geben sie die Möglichkeit, die Hintergründe seiner populärsten Gemälde besser verstehen zu können.

Die Skizzenbücher wurden zwei Jahre lang restauriert und digitalisiert. Ein Highlight für jeden, der in die persönlichen Beweggründe eines begnadeten Künstlers eintauchen möchte.

24. Juni – 4. September

Federico Fellini – von der Zeichnung zum Film

Kulturhistorische Ausstellungen, die weit über das klassische Kunstverständnis hinausragen – dafür steht das Kunsthaus Zürich. Im Jahr 2022 bietet es Besuchern die Chance, das Leben des Federico Fellini besser kennenzulernen. Dazu zählen selbstverständlich auch seine Werke, die er der Welt hinterlassen hat. Populär und unvergessen sind seine Filme – doch wie kam es überhaupt zu deren Entstehung? Dazu musste der Künstler eine Menge Vorarbeit leisten. Den größten Wert legte er dabei auch Zeichnungen. Diese können Besucher nun offiziell bestaunen.

2. September 2022 – 8. Januar 2023

Niki De Saint Phalle – Die Retrospektive

Wo? Kunsthaus Zürich: Niki De Saint Phalle

Circa 150 Exponate laden in einer umfassenden Retrospektive ein, die Werke der Niki De Saint Phalle (1930 – 2002) zu bewundern. Sie zählt zu den weltweit bekanntesten Künstlerinnen. Für Vielfalt und Abwechslung ist dabei bestens gesorgt. Sowohl Assemblagen, großflächige Skulpturen und und Aktionen als auch Film, Theater und Architektur verwöhnen jedes Künstlerherz. Selbstverständlich darf auch die Malerei und Zeichnung nicht fehlen. Ihre neueren Werke beschäftigen sich mit der Glückseligkeit, die mit dem Leben und Menschen einhergeht. Verdeutlicht werden sie unter anderem anhand starker und selbstständiger Nanas.
Zu Beginn ihrer Karriere setzte Niki De Saint Phalle auf Schiessbilder – Bilder, die sich allein aufgrund ihrer provokanten Performances einen Namen verliehen haben.

7. Oktober 2022 – 22. Januar 2023

Aristide Maillol – Die Suche nach Harmonie

Wo? Kunsthaus: Aristide Maillol

Die frühen Moderne locken mit atemberaubenden Werken. Einer der größten Künstler in diesem Bereich ist der französische Bildhauer Aristide Maillol (1861 – 1944). Seine verführerischen Meisterleistungen sind sowohl modern als auch unvergänglich. Die Überblicksschau und Ausstellung beinhaltet 150 Werke. Der Fokus liegt dabei auf der Zeit vor dem ersten Weltkrieg – der reichen Schaffenszeit. Hier wurde dem Künstler klar, wofür er wirklich brannte: Er hatte das absolute Potential zum Bildhauer, das er auch verwirklichte.

Das erweiterte Kunsthaus bietet Neupräsentationen der Sammlungen

Interventionsflächen und thematische Cluster – das ist das Stichwort des erweiterten Kunsthauses. Damit werden kanonische Grundpräsentationen aufgebrochen. Sie betonen Epochen, Gattungen und alles, was dazwischen steht. Sie empfangen die Werke gegenwärtiger Künstler und Künstlerinnen. Diese fordern kunstgeschichtliche tradierte Themen heraus oder verweisen auf sie. Mit dabei sind auch die Künstler Anna Boghiguian und Kader Attia. Nicht weit entfernt von niederländischen orientalischen Ausarbeitungen berichten sie vom postkolonialen Diskurs. Ebenfalls vertreten ist außereuropäische Kunst. Ihren Beitrag dazu leisten Lungiswa Gqunta, Tracey Rose. sowie Teresa Margolles. Sie schmücken das erweiterte Kunsthaus mit Werken aus Afrika und Südamerika.

Populäre Werke Alberto Giacomettis sorgen in einer breitgefächerten Präsentation für Aufsehen. Sie stehen unter anderem im Zusammenhang mit Plastikerinnen und Surrealisten – darunter auch Rebecca Warren. Hans Arp und Hannah Höch tragen mit ihren Werken zur detailliert dokumentierten Data-Bewegung bei. Die Avantgarde zwischen den Weltkriegen wird damit unterstrichen.

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